Tinnitus

 

Tinnitus ist die medizinische Bezeichnung für die Wahrnehmung von Geräuschen,

die keiner von außen kommenden Geräuschquelle zugeordnet werden können.

Wahrgenommen werden diese Geräusche zum Beispiel als Läuten, Zischen, Pfeifen,

Summen, Rauschen oder Rumpeln.

Diese Geräusche können eine so hohe Aufmerksamkeit erzwingen, dass sie die

gesamte Wahrnehmung beherrschen. Dabei handelt es sich eigentlich um eine

Fehlinformation aus dem Ohr in das Gehirn, die sich verselbständigt und einen

Kreislauf auslöst. Nur wenn ein Ohrgeräusch unsere akustische Aufmerksamkeit

erlangt, wird es für uns zum Problem. Die apparative Versorgung mit speziellen Geräuschgene-

ratoren oder Hörgeräten ist in den letzten Jahren zu einem zentralen Bestandteil der Behandlung

des chronischen Tinnitus geworden.

 

Das Ziel der Versorgung kann neben einer dauerhaft verminderten Wahrnehmung des Ohrgeräusches auch eine Verbesserung des Hörvermögens oder eine Abnahme der Geräuschempfindlichkeit sein. Die derzeit erfolgversprechendste Therapie ist die Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT). Sie liefert nach Meinung der Wissenschaft bei dekompensiertem Tinnitus die überzeugendsten Langzeitergebnisse.

 

Die TRT geht davon aus, dass der negative Lernprozess umgekehrt werden kann:

Es geht darum zu lernen, den Tinnitus weniger intensiv wahrzunehmen.

 

Die TRT ist eine ganzheitliche Therapie. Sie gelingt durch die Zusammenarbeit dreier Disziplinen: Die Medizin (HNO-Arzt/in) klärt mögliche begleitende oder auslösende Krankheiten ab und stellt eine Diagnose.

 

Die Psychologie (Psychotherapeut/in)

geht den Ursachen auf den Grund und trainiert den Umgang mit den Geräuschen.

 

Die Hörtechnik (Hörgeräteakustiker/in)

mildert die Geräuschbelastung durch Gegensteuerung mithilfe anderer (angenehmer) Geräusche.